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Anlass-Marketing Praxis: 12 Anlässe im Jahresplan nutzen

Jeder Monat ohne Plan ist ein Monat, in dem Patienten woanders buchen – dabei reichen 12 feste Anlässe im Jahr.

·8 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Anlass-Marketing bedeutet: feste Termine im Jahr mit Angeboten verbinden, statt spontan zu reagieren.
  • Planen Sie 6 bis 12 Anlässe im Herbst für das Folgejahr, jeder mit Zeitfenster, Angebot und Kanal.
  • Mehrwert statt Rabatt: Zusatzleistungen, Produkte oder Punkte sind rechtlich unkritischer als Preisnachlässe.

Anlass-Marketing für Praxen bedeutet: Sie koppeln Angebote und Kommunikation an feste Termine im Jahr. Jeder Anlass bekommt ein Zeitfenster, ein Angebot und einen Kanal. Das ist der einfachste Weg zu planbarer Nachfrage. Dieser Beitrag liefert einen Jahresplan mit zwölf Anlässen, der sich an das Berufsrecht hält und trotzdem wirkt.

Warum ein Jahresplan besser ist als Einzelaktionen

Wer Aktionen erst plant, wenn der Umsatz einbricht, kommuniziert unter Druck. Die Texte werden hastig, die Angebote zu großzügig, und das Team wird nicht eingebunden.

Ein Jahresplan dreht das um. Sie legen im Herbst fest, was im Folgejahr wann passiert. Dann arbeiten Sie die Vorbereitung entspannt ab.

Der zweite Vorteil ist Wiedererkennung. Patienten, die im dritten Jahr die Frühjahrs-Aktion erleben, wissen, was sie erwartet. Sie planen ihre Behandlungen darum herum. Das ist Bindung durch Verlässlichkeit. Wie sich Anlässe in die Behandlungszyklen einfügen, zeigt der Saisonkalender für Ästhetik-Praxen.

Mach den Selbsttest: Ist Ihr Praxismarketing planbar?

  • Wissen Sie heute schon, welche Aktion im März läuft?
  • Hat jede Aktion ein festes Ende-Datum?
  • Erreichen Sie Bestandspatienten direkt, ohne auf Social Media zu hoffen?
  • Kann Ihr Team jede Aktion in einem Satz erklären?
  • Werten Sie nach jeder Aktion aus, wie viele Termine sie gebracht hat?

Wenn Sie dreimal oder öfter „Nein" angekreuzt haben, fehlt Ihnen ein Jahresplan.

Die rechtliche Leitplanke vorab

Bevor Sie Angebote planen, muss der Rahmen klar sein. Ärztliche Leistungen werden nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. Pauschale Rabatte auf das Honorar sind problematisch. Abweichungen sind nur per Honorarvereinbarung nach § 2 GOÄ möglich.

§ 7 HWG (Heilmittelwerbegesetz) begrenzt Zuwendungen und Werbegaben. § 27 MBO-Ä (Musterberufsordnung für Ärzte) verlangt sachliche, nicht anpreisende Werbung.

Die praktische Konsequenz: Gestalten Sie Anlass-Angebote als Mehrwert statt als Preisnachlass. Ein zusätzliches Pflegeprodukt, eine Beratung, ein priorisierter Termin oder Punkte im Treueprogramm sind unkritischer als 20 Prozent auf eine Faltenbehandlung. Rein kosmetische Leistungen und Produkte sind freier.

Lassen Sie den Rahmen einmal jährlich von Ihrer Ärztekammer oder Ihrem Anwalt prüfen. Dann können alle zwölf Anlässe darauf aufbauen.

Der Jahresplan: 12 Anlässe im Überblick

Nr.AnlassZeitfensterAngebotsidee (Mehrwert)
1Neujahr / gute Vorsätze2. bis 20. JanuarBeratungstermin plus Hautanalyse als Einstieg
2Valentinstag1. bis 14. FebruarGutscheine, Partner-Behandlung mit Produktbeigabe
3Frühjahrsstart1. bis 31. MärzSerienbehandlungen (Laser, Peeling) vor dem Sommer beginnen
4Ostern2 Wochen vor OsternKleine Produktbeigabe zu jedem Termin
5Muttertag2 Wochen vor MuttertagGutscheine und Wohlfühl-Zusatzleistung
6Sommerbeginn1. bis 30. JuniSonnenschutz-Beratung, nicht-lichtsensible Behandlungen
7SommerpauseJuli bis AugustPflege- und Produktpakete, Vorbereitung auf den Herbst
8Herbststart1. bis 30. SeptemberWiedereinstieg in Laser- und Serienbehandlungen
9Praxis-JubiläumindividuellOffener Tag, Dankeschön-Punkte für Stammpatienten
10Black Fridayletzte NovemberwocheProdukte, Kosmetik, Mehrwert-Pakete statt Rabatte auf ärztliche Leistungen
11Weihnachten15. November bis 23. DezemberGutscheinverkauf, Geschenksets
12Jahresende27. bis 31. DezemberErinnerung an Punkte, Guthaben und Terminplanung

Dazu kommen die persönlichen Anlässe, die keinen Kalender brauchen: Geburtstag, Behandlungsjubiläum und die Erinnerung an Patienten, die lange nicht da waren. Diese drei laufen idealerweise automatisch.

So planen Sie jeden Anlass in fünf Schritten

Jeder Anlass folgt demselben Ablauf. Dann wird die Vorbereitung zur Routine.

1. Ziel festlegen: Mehr Termine in einer schwachen Woche, Gutscheinumsatz, Reaktivierung inaktiver Patienten oder Einstieg in eine Serienbehandlung.

2. Angebot definieren: Welche Leistung, welcher Mehrwert, welcher Zeitraum. Halten Sie den Zeitraum kurz. Zwei bis drei Wochen reichen.

3. Rechtlich prüfen: Ist ein ärztliches Honorar betroffen? Dann Mehrwert statt Rabatt. Ist die Formulierung sachlich und ohne Heilversprechen?

4. Kanal wählen: Bestandspatienten erreichen Sie über Push-Nachrichten in der App oder Newsletter. Neue über Website und Google-Profil. Die Rezeption bekommt einen Satz, den sie jedem Patienten sagen kann.

5. Auswerten: Wie viele Termine, Gutscheine oder Reaktivierungen hat der Anlass gebracht? Das Ergebnis wandert in den Plan für das nächste Jahr.

Beispielrechnung: Was zwei gut gemachte Anlässe bringen

Eine Praxis mit 1.200 aktiven Patienten plant den Herbststart und die Weihnachtszeit sauber durch.

Im September erreicht eine Push-Nachricht 600 Patienten mit aktiver Einwilligung. Buchen davon 5 Prozent eine Laser-Serie zu 6 × 150 Euro, sind das 30 Serien und 27.000 Euro Umsatz, verteilt über die Wintermonate.

Im Dezember verkauft die Praxis 60 Gutscheine zu je 200 Euro, also 12.000 Euro Vorabumsatz. Kommen 40 Beschenkte als Neupatienten und bleibt ein Viertel als Stammpatient mit 600 Euro Jahreswert, entstehen weitere 6.000 Euro pro Jahr.

Zwei Anlässe, rund 45.000 Euro, ohne einen Euro Rabatt auf ärztliche Leistungen. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine Garantie, zeigen aber die Größenordnung.

Was Sie beim Anlass-Marketing vermeiden sollten

Drei Fehler tauchen immer wieder auf.

Erstens zu viele Anlässe: Wer jede Woche eine Aktion fährt, entwertet alle.

Zweitens Angebote ohne Ende: Ein Angebot, das immer gilt, ist kein Anlass, sondern ein Preis.

Drittens Kommunikation ohne Einwilligung: Werbliche Nachrichten brauchen die ausdrückliche Zustimmung der Patienten, egal ob per E-Mail, SMS oder Push. Was dabei erlaubt ist, erklärt der Beitrag zu Push-Nachrichten an Patienten.

Achten Sie außerdem auf den Ton. Anlass-Marketing in der Medizin funktioniert über Fürsorge und Verlässlichkeit, nicht über Dringlichkeit. „Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt für Ihre Laser-Serie, wir haben Termine reserviert" wirkt seriöser als „Nur noch 3 Tage".

So sieht das in der Praxis aus

Eine Praxis für ästhetische Dermatologie plant im Oktober den Jahreskalender für das Folgejahr. Die Inhaberin legt fest: Herbststart mit Laser-Serien, Weihnachten mit Gutscheinen, Frühjahr mit Peeling-Serien. Jeder Anlass bekommt ein Zeitfenster und ein Mehrwert-Angebot. Die Texte werden im Team abgestimmt, die Ärztekammer prüft den Rahmen einmal. Ab Januar läuft der Plan. Die Rezeption weiß, was sie sagen kann. Die App verschickt die Nachrichten automatisch. Nach jedem Anlass trägt die Praxis die Zahlen in eine Tabelle ein. Im nächsten Oktober wird der Plan angepasst. Fertig.

Automatisierung: Anlässe, die von selbst laufen

Die persönlichen Anlässe und die großen Kalender-Anlässe lassen sich automatisieren. Eine Patienten-App wie lumelle bringt neun automatische Anlass-Angebote mit, darunter Geburtstag, lange nicht da, Weihnachten und Black Friday.

Die Praxis legt einmal fest, welcher Vorteil gilt und wie lange. Die App verschickt die Nachricht an Patienten, die Push-Nachrichten aktiv erlaubt haben.

Das entlastet vor allem kleine Teams. Statt jeden Monat einen Newsletter zu bauen, pflegt die Praxis einen Jahresplan im Dashboard, prüft ihn einmal und lässt ihn laufen. Wie sich das mit einem Punkteprogramm verbindet, zeigt der Beitrag zum Punkteprogramm in der Praxis.

Was passiert, wenn Sie nichts ändern

Ohne Jahresplan reagieren Sie auf leere Kalender, statt sie zu füllen. Patienten buchen bei der Praxis, die sie rechtzeitig erinnert. Anlässe wie Herbststart oder Weihnachten laufen ohne Sie. Gutscheine werden woanders gekauft. Serienbehandlungen werden nicht begonnen, weil niemand daran denkt. Jeder Monat ohne Plan ist ein Monat, in dem Patienten woanders buchen.

Fazit

Ein Jahresplan mit zwölf Anlässen macht Praxismarketing planbar: feste Zeitfenster, Mehrwert statt Rabatt, ein Kanal, der Bestandspatienten wirklich erreicht, und eine kurze Auswertung nach jedem Anlass. Wer die rechtliche Leitplanke einmal sauber zieht, kann das ganze Jahr darauf aufbauen.

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Häufige Fragen

Welche Anlässe passen für Praxismarketing?
Neujahr, Valentinstag, Muttertag, Sommerbeginn, Herbststart und Weihnachten funktionieren gut. Dazu kommen persönliche Anlässe wie Geburtstag oder Behandlungsjubiläum.
Dürfen Arztpraxen Aktionen zu Anlässen bewerben?
Ja, wenn die Werbung sachlich bleibt und das Heilmittelwerbegesetz einhält. Rabatte auf ärztliche Leistungen sind wegen GOÄ und § 7 HWG problematisch. Mehrwert-Angebote und Produkte sind deutlich unkritischer.
Wie viele Aktionen pro Jahr sind sinnvoll?
Sechs bis zwölf Anlässe reichen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jeder Anlass ein klares Zeitfenster, ein konkretes Angebot und einen Kanal hat.
Wie früh sollte ich Anlass-Aktionen planen?
Planen Sie den Jahreskalender einmal im Herbst für das Folgejahr. Jede Aktion bereiten Sie vier bis sechs Wochen vorher vor.
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